Am 16.04.1903 begann mit 23 Sextanern (5. Klasse) und 22 Vorschülern der Unterricht.
Im Jahre 1909 wurde von dem Leiter der Schule, Wilhelm Wetekamp, die Schülerselbstverwaltung "Beteiligung der Schüler an der Gestaltung des Schullebens" am WSRG als erster Schule Preußens eingeführt. Grundsätze: 1. Schüler muss man in Freiheit dressieren! |
WSRG um 1930 |
|
Schulleiter Wetekamp |
4. Das Einleben in die Gemeinschaft ist eines der wichtigsten Bestandteile der Erziehung. Hier erlebt der Schüler, dass wahre Freiheit in steter Selbstverantwortung und in Übernahme freiwilliger Pflichten besteht. 5. Erst die tätige Beteiligung an der Gestaltung des Schullebens führt zum Gemeinschaftsgefühl, nicht nur in der Schule, sondern auch darüber hinaus. 6. Die Hauptaufgabe der Schule liegt vor allem in der Art und Weise, in der Wissensstoff angeeignet wird. Erst durch Selbstbetätigung tritt an Stelle des bloßen Kennens das lebendige Können. 7. Dem Lehrer muss möglichste Freiheit gegeben werden, seinen Unterricht seiner Persönlichkeit entsprechend mit Lust und Liebe zu gestalten. 8. Öffnet den Schülern durch Formen, Zeichnen und Basteln die Augen für wirkliches Sehen. 9. Selbstbetätigung ist der Anfang allen Lernens! 10. Mit der Achtung vor der Meinung des anderen beginnt der Mensch Mensch zu werden. |
|
Im Jahr 1993 führte eine 10. Klasse unserer Schule ein Geschichtsprojekt mit dem Schöneberg-Museum über die Geschichte unseres Schulgebäudes durch. Die Schülerinnen und Schüler führten auch Gespräche mit ehemaligen Schülern und erfuhren viel über die damalige Zeit und die Regeln an der Schule.
|
hinteres Treppenhaus |
|
Die Aula |
Der andere "theatralische Höhepunkt" fand im Winter in der Schule mit erweitertem Schulorchester und Einsatz von Scheinwerfern statt. Mit der Aufführung im Jahr 1928: "Der Sturm" von Shakespeare wurde das WSRG sogar in der damaligen Presse lobend erwähnt. 1928 sorgte die damalige SV aber auch für einigen Wirbel. In einem Aufruf an die Klassenältesten der Unterprima, die sich der "Verein der Unentwegten" nannten, forderten sie die freie Liebe zwischen den Geschlechtern und die Möglichkeit zum freien Bekenntnis der gleichgeschlechtlichen Liebe für Schüler vom 16. Lebensjahr ab. |
|
So blieb erstmal unauffälligeres Auftreten im Vordergrund, z.B. Tauschen von Zigarettenbildern (Automodellen) und Murmeln, Austausch von Reparaturinformationen für die grundsätzlich gebraucht erstandenen Fahrräder und das regelmäßige Unterstützen einer Friedrichshainer Volksschule durch ein 2. Schulbrot (ca. 150 Brote täglich, insbesondere in Notzeiten). Die Hausarbeiten versuchte man in der Freizeit so schnell wie möglich zu erledigen. Kommt Ihnen sicher bekannt vor? |
Die Turnhalle |
|
Die Hohenstaufenstraße |
Das Verhältnis der Schüler untereinander wurde von unseren Ehemaligen einstimmig als gut bewertet und auf die Frage, ob es jüdische Lehrer gegeben hätte, antworteten die Herren, dass sie daran keine Erinnerung hätten, weil das an dieser Schule keine Rolle gespielt hätte.
Als Hitler 1933 an die Macht kam und die SA am 1.April im Bayerischen Viertel erstmals jüdische Geschäfte blockierte, d.h. sie ließ niemanden in die Läden, „hätten auch die Schüler nur gelächelt“ und gesagt: „Der Tag geht auch vorüber.“ |
|
Die qualifizierten Lehrer verließen 1933/34 das WSRG, die Schülerschaft verlor ihren Zusammenhalt, der damalige Rektor Lemme ging in den Ruhestand, und bereits 1934 wurde aufgrund des herbeigeführten Schülermangels die Oberstufe geschlossen. Sabine Baruschke |
![]() |
|
![]() |
Seit 1994 erinnert eine Gedenktafel über dem Seiteneingang unserer Schule an der Hohenstaufenstraße an die ,,verschwundene“ Schule und das Schicksal vieler ihrer vergessenen Schüler.
Wikipedia-Link: |